Destatis-Indizes Stand 03/2026 · Basis 2021 = 100 · Stoffpreisgleitklausel-Rechner für Mitgliedsbetriebe des ZDB
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Stoffpreisgleitklausel-Rechner

Formblätter und Vordrucke

Überblick, Einordnung und Anwendung der sechs offiziellen Formblätter nach VHB-Bund und HVA B-StB.

Formulare
225, 225a, 228 / 141, 145, 145a
Bereiche
Hochbau sowie Straßen- und Brückenbau
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Welches Formblatt gilt für welchen Vertrag?

Das anzuwendende Formblatt steht nicht im Ermessen des Bieters — es wird vom öffentlichen Auftraggeber bereits in der Ausschreibung festgelegt. Suchen Sie in den Vergabeunterlagen nach:

Formblatt Regelwerk Bauart BW1 vom AG? Stoffgruppe Datenquelle
FB 225VHB-BundHochbauJaAllgemeinDestatis-Index
FB 225aVHB-BundHochbauNeinAllgemeinDestatis-Index
FB 228VHB-BundHochbauCu, Pb, AlMetallnotierung
VD 141HVA B-StBStraßen-/BrückenbauJaAllgemeinDestatis-Index
VD 145HVA B-StBStraßen-/BrückenbauJaAllgemeinDestatis-Index
VD 145aHVA B-StBStraßen-/BrückenbauNeinAllgemeinDestatis-Index
Hinweis für die Kalkulation
Unabhängig vom Formblatt: Prüfen Sie bei der Angebotsabgabe, ob die im Verzeichnis genannten Basiswerte plausibel sind. Ein fehlerhafter BW1 wirkt sich linear auf die Auszahlung aus. Eventuelle Einwände zu den vorgegebenen Basiswerten sollten vor Vertragsschluss geklärt werden.

Überblick

Die Stoffpreisgleitklausel ist ein vertragliches Instrument, das dem Bieter bzw. Auftragnehmer die Weitergabe von Preisänderungen während der Bauzeit ermöglicht. Voraussetzung ist, dass der öffentliche Auftraggeber die Gleitklausel ausdrücklich in den Vergabeunterlagen vereinbart und die betroffenen Stoffe im „Verzeichnis für Stoffpreisgleitklausel" benennt.

Berechnungsgrundsatz
5 indexbasierte Formblätter (FB 225, FB 225a, VD 141, VD 145, VD 145a) folgen demselben Grundmuster: Fortschreibung eines Basiswerts mit dem Verhältnis der Destatis-Preisindizes, Multiplikation mit der verarbeiteten Menge sowie Anwendung von Bagatellgrenze (2 %) und Selbstbehalt (10 %).
1 notierungsbasiertes Formblatt (FB 228) rechnet statt mit Destatis-Indizes mit amtlichen Metallnotierungen für Kupfer, Blei und Aluminium.
Hinweis zur Quellenlage
Die Referenzsammlung deckt die Primärquellen für FB 225, FB 225a, die Richtlinie zu 225, den Auslauferlass 2023 sowie die Destatis-Indexquellen ab. Die Primärquellen für FB 228 sowie die HVA-B-StB-Vordrucke 141, 145 und 145a werden noch ergänzt.

Hochbau — VHB-Bund

Formblatt 225 — VHB-Bund, Hochbau, Standard Mit Basiswert 1 · Destatis-Index

Kernmerkmal: Der Auftraggeber gibt im Verzeichnis für Stoffpreisgleitklausel einen Basiswert 1 (BW1) als neutralen Stoffpreis vor. Er ermittelt diesen aus mindestens drei regionalen Lieferanten-Angeboten und stellt ihn damit bieter­unabhängig. Der Bieter kalkuliert seinen eigenen Angebotspreis unabhängig davon — die Stoffpreisgleitklausel greift nur für die Fortschreibung gemäß Preisentwicklung.

Rechenweg

  1. BW2=BW1 × (IndexEröffnung ÷ IndexVersand)
  2. BW3=BW2 × (IndexAbrechnung ÷ IndexEröffnung)
  3. Mehraufwand=(BW3 − BW2) × Menge

Anwendung: Standard für alle Stoffe im Bundeshochbau außer Nichteisenmetallen. Wird regelmäßig für Baustahl, Zement, Beton, Bitumen, Holz, Dieselkraftstoff u. a. eingesetzt.

Formblatt 225a — VHB-Bund, Hochbau, ohne BW1 Ohne Basiswert 1 · Destatis-Index

Kernmerkmal: Kein Basiswert 1 vom Auftraggeber. Ausgangspunkt der Fortschreibung ist der Bieter-Stoffpreis (netto) aus der Angebotskalkulation — er wird als BW2 verwendet. Die Fortschreibung erfolgt direkt zu BW3 anhand des Verhältnisses Abrechnungs-Index zu Eröffnungs-Index.

Rechenweg

  1. BW2=Bieter-Stoffpreis (netto, aus Angebotskalkulation)
  2. BW3=BW2 × (IndexAbrechnung ÷ IndexEröffnung)
  3. Mehraufwand=(BW3 − BW2) × Menge

Anwendung: Wird gewählt, wenn der Auftraggeber bewusst auf die Vorgabe eines Basiswerts verzichtet und die Kalkulationshoheit vollständig beim Bieter belassen will. Für den Bieter bedeutet das: höhere Kalkulationsfreiheit, zugleich höhere Verantwortung für die Dokumentation des Ausgangspreises.

Formblatt 228 — VHB-Bund, Nichteisenmetalle Kupfer · Blei · Aluminium · Metallnotierung

Kernmerkmal: Sonderverfahren für Kupfer, Blei und Aluminium. Statt Preisindizes werden die amtlichen Metallnotierungen verwendet (Deutsche Metallnotierung bzw. börsliche Feststellung). Die Berechnung wirkt direkt auf das eingebaute Metallgewicht in Kilogramm.

Rechenweg

  1. Mehraufwand=(NotierungAbrechnung − NotierungBezug) × Gewichtkg ÷ 1000

Anwendung: Insbesondere im Dach- und Fassaden­klempnerhandwerk (Kupferdachrinnen, Kupferdach­deckungen, Bleibleche, Alu-Fassaden). Nicht für Kupfer-/Alu-Produkte im allgemeinen Kauf (z. B. Kabel, Armaturen) — dafür bleibt FB 225 zuständig.

Straßen- und Brückenbau — HVA B-StB

Vordruck 141 — HVA B-StB, Straßen-/Brückenbau Mit Basiswert 1 · Destatis-Index

Kernmerkmal: Inhaltlich identisch mit FB 225, jedoch im Geltungsbereich des Bundesfernstraßenbaus. Dieselbe Berechnungs­logik (BW1, BW2, BW3), dieselbe Schwellenlogik.

Rechenweg

  1. BW2=BW1 × (IndexEröffnung ÷ IndexVersand)
  2. BW3=BW2 × (IndexAbrechnung ÷ IndexEröffnung)
  3. Mehraufwand=(BW3 − BW2) × Menge

Anwendung: Standardverfahren für Bundesfernstraßenbau. Typische Stoffe: Bitumen, Baustahl, Dieselkraftstoff, Zement für Fahrbahndecken und Brückenbauwerke.

Vordruck 145 — HVA B-StB, Mehrpositionen-Verzeichnis Mit Basiswert 1 · Mehrpositionsverfahren

Kernmerkmal: Erweiterung von VD 141 für Bauvorhaben mit zahlreichen gleitungs­relevanten Positionen. Berechnungsmechanik identisch zu FB 225 und VD 141 (mit BW1). Die Mengen und Indizes werden pro Position gesondert erfasst.

Rechenweg

  1. BW2=BW1 × (IndexEröffnung ÷ IndexVersand)
  2. BW3=BW2 × (IndexAbrechnung ÷ IndexEröffnung)
  3. Mehraufwand=(BW3 − BW2) × Menge

Je Position einzeln, Summe über alle Positionen.

Anwendung: Großprojekte im Straßenbau mit vielen unterschiedlichen gleitungsrelevanten Stoffen und Positionen.

Vordruck 145a — HVA B-StB, Mehrpositionen ohne BW1 Ohne Basiswert 1 · Mehrpositionsverfahren

Kernmerkmal: Wie VD 145, aber ohne Vorgabe eines Basiswerts 1. Der Bieter-Stoffpreis ist Ausgangspunkt — Berechnungs­weg identisch zu FB 225a.

Rechenweg

  1. BW2=Bieter-Stoffpreis (netto, aus Angebotskalkulation)
  2. BW3=BW2 × (IndexAbrechnung ÷ IndexEröffnung)
  3. Mehraufwand=(BW3 − BW2) × Menge

Je Position einzeln, Summe über alle Positionen.

Anwendung: Mehrpositionsvariante ohne BW1 im Straßen-/Brückenbau — der Auftraggeber verzichtet auf die Vorgabe eines Basiswerts, die Kalkulationshoheit liegt beim Bieter.